Geburtstag: 27.01.1990
Wohnort: Stavanger, Norwegen
Wie bist Du zum Klettern gekommen? Wer hat Dich herangeführt?
Mein Vater und meine Stiefmutter brachten mich mit ungefähr zehn Jahren in eine Kletterhalle. Davor konnte ich meine Sportart noch nicht wirklich identifizieren, aber bin alles Mögliche hochgeklettert. Ich wusste gar nicht, dass KLETTERN überhaupt als Sportart existiert (außer Bergsteigen). Nach meinem ersten Tag in der Halle begann ich, bis zum Alter von 14, regelmäßig zu klettern. Dann fing ich an sehr viel zu klettern mit dem Fokus auf Bouldern. Die starken Männer aus meiner Gegend inspirierten mich stets und halfen mir besser zu werden.
Wie wichtig ist Dir die Ethik beim Klettern und was macht sie aus?
Es ist sehr wichtig, die Felsen und die Umwelt zu respektieren und lieb zu ihnen zu sein. Ich versuche mein Bestes, Plätze so zu verlassen, wie ich sie vorgefunden habe.
Was ist das besondere am Klettern? Was löst die Leidenschaft und Besessenheit aus, mit der du diesen Sport betreibst?
Jeder Boulder ist anders und es gibt so viele verschiedene Boulderprobleme, die unterschiedliche Kräfte erfordern. Etwas, das meine Leidenschaft auslöst: wie bekämpfe ich einen schwierigen Boulder. Ich liebe es fokussiert zu sein und in einen besonderen Kampfmodus zu verfallen.
Hattest Du selber ein Vorbild?
Nein, habe ich nicht. Ich wünschte zwar, ich hätte eines... Marit Bjørgen und meine Schwester inspirieren mich. Meine Schwester macht keinen Sport auf professioneller Ebene, aber von ihr habe ich gelernt, wenn man etwas wirklich will, dann gibt es immer einen Weg.
Wie viel Zeit verbringst du beim Klettern?
Das hängt vom Wetter und von meiner Fitness ab, oder sogar von der Jahreszeit. Wenn es regnet, dann trainiere ich ziemlich viel. Über die Jahre habe ich gelernt, auf meinen Körper zu hören und weiss wann es Zeit ist zu pausieren. Normalerweise klettere ich zwei Tage, gefolgt von einem Ruhetag.
Auf welche Routen/ Projekte bist Du besonders stolz und warum?
Das Projekt, an das ich mich gerade am besten erinnern kann, ist mein letztes und eines meiner größten. Ich konnte alle Bewegungen und wusste, dass ich diesen Boulder früher oder später toppen würde, es war nur eine Frage der Zeit. Ich hatte aber nur noch wenig Zeit in Vingsand, wo mein Projekt “Propoganda“ liegt und es war mir nur möglich ein oder zwei gute Versuche pro Tag durchzuführen, weil ich dann einen Ruhetag einlegen musste. Endlich hatte ich es geschafft! Ich wusste, dass dies eventuell der letzte Tag vor meiner Abreise sein würde. Ich erinnere mich, den ganzen Tag gedacht zu haben: „Heute ist Krieg“! Ich rief den richtigen Modus ab und ich kämpfte wirklich, wirklich hart bis zum Top!
Wie würdest Du dich selbst bezeichnen? Als Kletterer oder Boulderer?
Ich würde mich auf jeden Fall als Boulderin bezeichnen, obwohl ich auch kurze Routen mag, solange sie bis obenhin schwierig sind – wie ein langer Boulder. Ich liebe steile Boulderprobleme mit Griffen, die Art von Boulder, die ich nur schaffe, wenn ich mich gescheit anstrenge.
Und was macht einen ‚lässigen Boulder’ aus?
Mein Lieblingsmerkmal ist Steilheit mit Griffen, an denen ich ziehen kann, oder Leisten mit guten dynamischen Bewegungen, Cross-Overs und Toe-Hooks, und eine coole Linie an gutem Fels!
Was muss man mitbringen, um in diesem Sport erfolgreich zu sein?
Wie in jedem Sport, muss man ihn wirklich wollen und lieben. Energie, Techniken, Ausdauer, Gleichgewicht und physische Stärke sind natürlich gut und den kleinen Extrapush, den es braucht. Einige Boulderer schaffen es, ein Problem zu toppen, einfach nur weil sie sich zusammen reißen. Vielen hilft es richtig närrisch zu werden (aber auf eine gute Weise). Man kann nicht zu vorsichtig sein, wenn man über seine Grenzen hinaus klettern möchte.
Was würdest Du machen, wenn Du nicht mehr klettern könntest?
Ich hatte schon immer diesen Traum, eine echt gute Tänzerin zu sein, aber ich weiss, dass ist nicht meine Berufung, denn ich habe überhaupt kein Talent dazu. Meine Schwester ist eine Fallschirmspringerin, also würde ich das probieren, scheint Spaß zu machen!
Was zeichnet Dich aus, was sind Deine Stärken?
Ich kämpfe und versuche viel, meine Fingerkraft, Körperkraft und Toe-Hooks.
Und was sind Deine Schwächen?
Meine Psyche ist sicherlich meine schwächste Seite. Ich bin echt ein Weichei und habe viel zu viel Angst vor hohen Tops oder Boulder, an denen ich mich verletzten könnte. Ich bin echt schlecht im Fangen und Heel-Hooks.





