Geburtstag: 04.12.1968
Wohnort: Haiming, Österreich
Ich habe mit acht Jahren Tauchen begonnen und hatte damals schon den ersten Kontakt zu Neoprenanzügen, die mich durch alle möglichen Sportarten bis heute begleiten. Schon in jungen Jahren habe ich als begeisterter Taucher weltweit an den schönsten Spots getaucht. Irgendwann ist mir jedoch das Tauchen zu langweilig geworden. Du siehst viele tolle Sachen, aber du kannst dich nicht mitteilen. Mir hat einfach die Action gefehlt. Tauchen war mehr wie fernsehen.
Dann habe ich im Alter von 18 Jahren mit Windsurfen und sehr fanatisch Snowboarden begonnen. Ich hatte schon während meiner Tauchzeit darüber nachgedacht, als Tauchlehrer zu arbeiten. Erst später als Snowboardlehrer habe ich dann verwirklicht, im Outdoorbereich mein Geld zu verdienen. Nicht nur der Umgang mit Menschen in der Natur, sondern auch der Lifestyle hatte mich in den Bann gezogen.
Somit war meine ‚normale’ Lebenslaufbahn unterbrochen. Ich bin aus dem elterlichen Betrieb ausgestiegen und habe im Winter als Snowboardlehrer gejobbt. Am Ende des Winters stellte sich mir jedoch die Frage, was ich im Sommer machen würde. Wie das Leben so spielt, habe ich an einer Schneebar genau die Person getroffen, die bei Faszinatour für die Raftguideausbildung verantwortlich war.
Ich wusste damals nichts über Rafting, bin im Mai nach Tirol gefahren und habe dort die Ausbildung gemacht, nicht wissend dass ich in Tirol meinen Lebensmittelpunkt finden würde. Von da an habe ich 10 Saisonen unter anderem als Raftguide gearbeitet und dabei viele interessante Flüsse, auch international, befahren.
Da Faszinatour eine breite Palette an Outdoorsportarten anbietet, wurde ich schon früh auf Canyoning (damals noch Schluchtenwandern) aufmerksam. Der Canyoningsport steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen und hatte mit dem heutigen Canyoning wenig zu tun. Wir haben damals ganz einfache Schluchten durchwandert, ohne Neopren und uns ab und zu abgeseilt. Doch meine Neugier war geweckt und ich habe in jeder freien Minute alle möglichen Wasserläufe begangen und neue interessante Schluchten entdeckt.
Unsere Neugier wurde belohnt, wir fanden tiefe und enge Schluchten mit Pools zum Springen, Rutschen und Schwimmen und Stufen, die nicht mehr abgeklettert sondern abgeseilt werden mussten. Ich habe mit Freunden angefangen, viel Zeit in den wildesten Schluchten zu verbringen. Wir haben jede Menge Abenteuer durchlebt, die sicher oftmals nur mit Glück gut ausgingen.
Von da an war ich total infiziert. Ich behaupte, in unserem Umfeld haben wir Canyoning ‚erfunden’, ohne zu wissen, dass es diesen Sport tatsächlich in Frankreich und Spanien schon gab.
Mit meiner Begeisterung habe ich in der Firma alle wichtigen Leute mitgezogen und es war klar, da müssen wir mehr machen. Da es in diesem Bereich noch keine Ausbildungen gab, habe ich für faszinatour Guides und Bergführer ausgebildet, und mich um geeignetes Material gekümmert.
Zu dieser Zeit hatten wir erkannt, dass die Wiege des Canyonings unter anderem in Frankreich zu suchen ist. Ich hatte dann die Möglichkeit mit zwei Kollegen dort hinzufahren - unter anderem war Tom Zipperle dabei - um uns dort ausbilden zu lassen. Im Zuge dieser ersten Ausbildung 1995 in einem kleinen Ort in Frankreich gründete sich damals auch die Commission Européenne de Canyon (CEC) aus der wir als die Ersten geprüften Canyoning-Führer hervorgingen.
Da in Tirol zu dieser Zeit Canyoning schon verstärkt kommerziell betrieben wurde, sah sich die Landesregierung gezwungen, die Ausbildung auf eine gesetzliche Basis zu stellen. Damit wurde die erste gesetzlich geregelte Canyoningausbildung in Tirol angeboten die ich absolvierte und in der ich seit dem als Ausbilder tätig bin.
Da ich damals schon alle möglichen Schluchten in Tirol begangen hatte, hatte ich die Möglichkeit, für die Tiroler Landesregierung den Tiroler Gefahrenkatalog zu erstellen. Dabei ging es um das Erfassen von kommerziell in Tirol begangenen Schluchten, mit allen relevanten Informationen, um diese sicher begehen bzw. auf diese im Rettungsfall zurückgreifen zu können.
1997 war ich mit Kollegen unterwegs um Haken, die teilweise noch von den Erstbegehungen herrührten, durch einheitliche Standplätze zu ersetzen und damit auch zum Teil ein sicheres Begehen der Schluchten im Tiroler Oberland zu ermöglichen.
Ich durfte Dank meiner Erfahrung auch in der Entwicklung tätig sein – der Canyoning-Gurt der Firma Edelried ist beispielsweise von mir mitentwickelt worden und zählt zu den besten Produkten auf dem Markt. Aber auch in vielen anderen Canyoning-Produkten wie Rucksäcken oder Zubehör steckt mein Input.
Dabei war es nie mein Ziel den Canyoningsport schnell populär zu machen. Ich meine es hat in der Vergangenheit immer mit Outdoorsportarten, auf die sich „die Massen“ gestürzt haben, Probleme gegeben. Mein Ziel war und ist es, den Canyoningsport sicherer zu gestalten. Dem versuche ich gerecht zu werden, indem ich mich in Ausbildungen einbringe, im Canyoningrettungsteam und bei der Weiterentwicklung von Material mitarbeite.
Der Canyoningsport hat mich in viele Regionen und Länder gebracht. Ich hatte die Möglichkeit Schluchten in den USA, Australien, Chile, der Dominikanischen Republik, Slowenien, Schweiz, Italien, Spanien (Mallorca), Frankreich und natürlich in Deutschland und Österreich zu begehen.
Ein kleines Highlight meiner Canyoning-Karriere war, dass ich bei Canyoningaufnahmen als Stunt-Double für die TV-Serie „der Bergdoktor“ gearbeitet habe.
Mit Canyoning-Gästen, die ich führe, bin ich Europaweit unterwegs. Inzwischen habe ich mehrere meiner Gäste so geschult, dass ich auch schwere und anspruchsvolle Touren mit ihnen begehen kann. Wenn du Sie begeistern konntest, musst du sie auch fordern. In der Schlucht stellt sich dann oftmals das Gefühl ein, ich sei mit erfahrenen Canyoninggehern unterwegs.
Nach zehn Jahren Oudoorführer mit Schwerpunkt Canyoning habe ich mich für einen ‚trockeneren’ Job entschieden. Heute konzipiere und baue ich Hochseilgärten, was wiederum mit Seil, Sicherung und Ausbildung zu tun hat. Momentan bleibt mir berufs- und familienbedingt etwas wenig Zeit für Canyoning. Dennoch bin ich im Jahr 50 bis 70 mal in Schluchten unterwegs.
Ich freue mich schon auf gemeinsame Canyoningtouren mit meiner Familie, wenn meine Tochter dazu alt genug ist.
Was mich an dem Sport so fasziniert? Zivilisation und tolle Canyons liegen oftmals sehr dicht beieinander. Wenn Du einsteigst, tauchst Du in eine andere Welt ein. Diese Naturlandschaft ist nicht nur wunderschön, sondern in der Schlucht bist du auf dich alleine gestellt. Hilfe von außen ist nicht zu erwarten, es gibt nur einen Weg – den nach unten.
Es reizt mich die Herausforderung anzunehmen und mich, meine Kollegen oder Gäste, mit der richtigen Vorbereitung und Erfahrung wieder sicher aus der Canyoningwelt heraus zu bringen. Zu wissen, ich kann es, aber ich muss auf Zack sein. Die Mischung zwischen Herausforderung, Eindrücken und Begeisterung macht für mich den Sport so interessant.
Ziele: Geplante Projekte sind Canyoningspots zu besuchen, die mir in meiner Sammlung noch fehlen. Das sind z.B. Spanien oder Réunion. Vielleicht kann ich diese gemeinsam mit unserem adidas Canyoningteam verwirklichen.
Stärken: Ich kann mich sehr gut motivieren. Wenn mir etwas Spaß macht oder ich in außergewöhnliche/ gefährliche Situationen komme, habe ich endlose Energiereserven.
Schwächen: Oftmals mute ich meinen Mitmenschen viel zu. Ich fordere von ihnen, was ich von mir selbst verlange. Das bezieht sich allerdings nicht auf Kunden, da habe ich eine Engelsgeduld. Bin ich jedoch mit Kollegen unterwegs, dann bin ich meist ungeduldig, das macht es den anderen nicht immer leicht.







