Geburtstag 23.08.1966
Wohnort: Locarno, Schweiz
Ich wuchs inmitten der Alpen auf und mein Vater war ein Bergsteiger, womit sich mein Verhältnis zum Alpinsport auf ganz natürliche Art und Weise entwickelte.
Im Alter von vier Jahren lernte ich Skifahren und als ich sieben war, absolvierte ich gemeinsam mit meinem Bruder Pietro – meinem großartigen Adventure-Kameraden – meinen ersten Kletterkurs. Angestachelt von den tollen Berggeschichten meines Vaters und im festen Glauben ich sei unsterblich, was alle Kinder in dem Alter glauben, beschlossen mein Bruder, ein Freund und ich 1973 mal etwas anderes auszuprobieren und einander an unseren klettertechnischen Fähigkeiten zu messen. Ohne irgendjemandem Bescheid zu sagen, versuchten wir unser Glück in einem Fluss in der Nähe unseres Hauses. Ich kann mich noch sehr gut an meinen allerersten Canyon erinnern – es war eher eine schockierende Erfahrung und dass sie gut ausging, verdanken wir aufmerksamen Schutzengeln.
Unermüdlich getrieben von meinem Hunger auf Abenteuer und dem Wunsch in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, hörte ich nie auf, meine Kletter-, Skifahr- und Alpinkenntnisse zu erweitern und zu verbessern. Als ich 14 war, erreichte ich mit meinem Vater und meinem Bruder den Gipfel des Mont Blanc, des höchsten Bergs der Alpen. Es war eine unvergessliche Erfahrung, die mich einmal mehr davon überzeugte, dass es keine Grenzen gibt, die man nicht überwinden kann. Der adidas Slogan "impossible is nothing" war für mich zur Realität geworden.
In den folgenden Jahren brachte mich meine Leidenschaft für die Berge dazu, als Kletter- und Skilehrer zu arbeiten. Doch um die ganze Schönheit der Alpen zu genießen, reichten mir Hiken und Skifahren bald nicht mehr aus. Ich suchte eine dritte Dimension. Mit 17 machte ich meinen Pilotenschein als Drachenflieger und mit 18 – als die ersten Paraglider auf den Markt kamen – machte ich den Schein für diesen neuen Sport gleich hinterher. Meine ersten Canyoningerfahrungen waren ins Abseits gerückt und schon lange durch die bunten Erinnerungen neuer Sportarten gelöscht worden.
Doch eines Tages überkam mich eine merkwürdige Sehnsucht als ich zum ersten Mal eine Dokumentation über Canyoning in Frankreich im Fernsehen sah. Unglaublich! Was ich schon vor Jahren mit meinem Bruder ausprobiert hatte, war kein isoliertes Draufgängertum, sondern ein Sport, der tatsächlich existierte. Das Jahr 1984 markiert den offiziellen Beginn meiner Leidenschaft für Canyoning. Mit verschiedenen Freunden begann ich systematische die Canyons im Tessin zu erforschen und einzurichten, einen nach dem anderen. Es war und ist immer noch ein ungeheurer Zeit- und Geldaufwand, doch zum Glück bietet es heute gleichermaßen ein Vergnügen für Tausende von Canyoningsportlern, die aus allen Ecken Europas zu uns kommen. 1998 entstand die Idee, Enthusiasten dieses Sports die Canyoningschätze im Tessin zu zeigen. Das war die Geburtsstunde der Website www.swisscanyon.ch, einer frei zugänglichen Informationsquelle über die Canyons im Tessin und heute eine viel geschätztes und genutztes Medium der internationalen Canyoningszene.
Im Jahr 2000 organisierte die Swiss Outdoor Association den ersten Schweizer Test für Canyoning Guides. Ich entschied mich mehr aus Neugier als aus Notwendigkeit, mich zu registrieren und Canyoningführer zu werden. Denn Canyoning ist eine Leidenschaft aus der ich nie einen Beruf machen wollte. Es sollte mein Hobby bleiben, frei von irgendwelchen beruflichen Zwängen oder Einschränkungen. Um diese Leidenschaft uneingeschränkt genießen zu können, muss man sie frei von Druck und finanziellen Bedürfnissen ausüben können, ganz nach dem Wunsch seiner Freunde und von einem selbst. Alles was man aus Überzeugung macht wird besser und bringt eine größere Zufriedenheit als Dinge, die man aus Verpflichtung tut.
So machte ich meinen Hochschulabschluss in Maschinenbau und Elektrotechnik und arbeitete nach meinem Studium als technischer Büroleiter für eine Schweizer Firma, die sich auf Maschinendesign für die Luftfahrtindustrie spezialisiert hatte.
Nebenbei war ich seit 2001 als technischer Sicherheitsberater für den Bereich Canyoning der kantonalen Kommission für die Sicherheit auf Tessiner Flüssen und die Tessiner Wasserkraftwerke tätig. Die enge Zusammenarbeit und der unmittelbare Kontakt zu den Wasserkraftwerken – die eine echte Gefahr für uns Canyoningsportler darstellen – ebnete den Weg für einen direkten, offenen Dialog zwischen diesen beiden Welten mit so unterschiedlichen Interessen und führte letztendlich zur Einrichtung eines Informations- und Sicherheitssystem für Canyons, das einzigartig in ganz Europa ist. Leider haben bisher nur wenige Canyoningsportler verstanden welch massiver technischer Aufwand und wie viel Vermittlungsarbeit hinter der Tessiner Info-Hotline steckt. Ich wünschte, die beiden unterschiedlichen Welten würden endlich zu einem grundsätzlichen Konsens kommen und ihre Vorurteile begraben. Doch das wird uns nur gelingen, wenn sich Canyoningsportler an die von der Infoline vorgegebenen Sicherheitsvorschriften halten und die andere Seite auf unnötige Verbote, die von einem rein finanziellen Interesse getrieben sind, verzichtet.
2002 lernte ich durch die gemeinsame Leidenschaft für diesen Sport Anna kennen, ein außergewöhnliches Mädchen mit einer unglaublichen inneren Stärke, Lebensfreude und Entschlossenheit. Durch sie hat sich mein Canyoningstil komplett verändert. Aus der Suche nach Wettbewerb und dem Ausloten persönlicher Grenzen wurde plötzlich verzückte Betrachtung der Natur und geteilte Gefühle. Durch Anna, inzwischen meine Frau und getreue Weggefährtin bei allen alpinen Abenteuern, hat sich mein Horizont erweitert. Wir haben heute mehr Kontakt zur internationalen Canyoningszene, reisen häufiger und immer weiter in die Ferne, und erkunden Canyons in Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien, Guadeloupe und Martinique. Mit ihr an meiner Seite hat sich auch die Anzahl der Begehungen vervielfacht. Früher habe ich in einem Jahr zwischen 30 und 50 Canyoningtouren gemacht, heute sind es zwischen 60 und 100. 2009 haben wir sogar die Schallmauer von 150 Canyons durchbrochen.
Es war schon immer mein Traum, ein Buch über die Canyons im Tessin zu schreiben. Was ursprünglich als Katalogisierung von Routendaten begonnen hatte verwandelte sich im Laufe der Zeit in ein eindrucksvolles Werk. Zusammen mit ein paar treuen Freunden ließen Anna und ich uns auf ein ungewöhnliches Abenteuer ein und schafften es in einer unglaublichen Zeit von nur 7 Monaten den lang ersehnten Canyoningführer “Eldorado Ticino” über die Canyons im Tessin herauszubringen. Eine wirklich unvergessliche Erfahrung und ein für uns unerwarteter Erfolg, der wieder einmal beweist, dass man, wenn man etwas wirklich will, alles erreichen kann. “Impossible is nothing!”
Ziele: Davon gibt es viele. Sie sind alle höchst ehrgeizig und betreffen die Interessen der großen Canyoningfamilie. Aber worum es sich genau handelt, will ich hier nicht verraten, denn Anna und ich möchten euch lieber mit Ergebnissen überraschen.
Stärken: Ich bin ein eher selbstloser, großzügiger Mensch, vor allem wenn ich mit Menschen zu tun habe, die weniger Glück im Leben hatten als ich. Ich arbeite gerne und bringe meine beste Leistung unter stressigen Bedingungen oder wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Ich liebe neue Erfahrungen und bin ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.
Schwächen: Ich fälle oft sehr schnell ein Urteil über andere Leute, sowohl positiv als auch negativ. Ich hasse Opportunisten, Ausbeuter und unehrliche Menschen und sobald ich das Gefühl habe, dass jemand in eine dieser Kategorien fällt, breche ich jeglichen Kontakt ab.







