Geburtstag: 16.05.1979
Wohnort: Pettneu, Österreich
In meiner ersten Saison als Skilehrer war ich abends an einem Eisturm beim Trainieren. Dort sprach mich jemand an, ob ich nicht Raftguide und Canyoningführer werden möchte. Ich wäre ja sportlich begabt und das wäre genau das richtige für mich. Darauf sagte ich nur: Was? Kaltes Wasser? Nein danke! Das einzig kalte, das ich mag ist Eisklettern und das Wasser im Fluss ist für die Fische da.
Trotzdem behielt ich seine Nummer und nach langer Überlegung - eine ganze Wintersaison lang - dachte ich wieso eigentlich nicht, das könnte ja ganz „cool“ werden. Und so kam es, dass ich die Ausbildung zum Raftguide im folgenden Sommer absolvierte und es mir so Spaß gemacht hat, dass ich gleich die ganze Saison bei Faszinatour gearbeitet habe. Da „Faszi“ auch Canyoningtouren anbot, konnte ich schon bald reinschnuppern und habe mich so ganz schnell für Canyoning begeistern können. Damals war ich 22 Jahre alt.
Zwei Jahre zuvor hatte ich schon mal mit Freunden eine Canyoning-Tour gemacht, die leider damals von einem unerfahrener Canyoning-Guide geführt wurde, was sich für mich zu einem meiner kältesten Tage überhaupt gestaltete: kaltes Wetter, dünne alte Anzüge und eine Tour, die ewig dauerte. Damals dachte ich mir, dieses Canyoning mag ja ganz schön sein, aber das habe ich jetzt gesehen und ich fahre wieder in die Dolomiten zum Klettern und sage dem kalten Wasser „Good-bye“.
Durch Faszi hab ich sehr viele Menschen kennengelernt die meine neue Leidenschaft teilten. Darunter war auch Thomse der genauso viel Lust auf Canyoning hatte wie ich! Damals wusste ich noch nicht so richtig welch großen Erfahrungsschatz er damals schon hatte und welches Glück es für mich war, viel von ihm zu lernen.
Da ich noch sehr jung war, musste ich aber viel arbeiten, um die ganze Ausrüstung und mein Leben zu finanzieren und so war die Zeit für Canyoning knapp. Außerdem wollte ich nie das Klettern aufhören sondern besser werden, da ich ja noch ein großes Ziel, nämlich Bergführer zu werden, vor Augen hatte. Also mussten wir sehr viele Schluchten in kurzer Zeit begehen um unsere Neugier zu stillen. Da kam es schon mal vor, morgens um sechs Uhr zu starten um dann von der Sissi abends um halb zehn Uhr am Schluchtausgang abgeholt zu werden, damit man vier neue Schluchten gesehen hat und doch noch eine Pizza und ein Glas Wein bekommt!
Da Thomse aber auch sehr viel arbeitete und wir nicht immer gleichzeitig frei hatten, brauchte ich noch mehrere Seilpartner. In diesem Zuge lernte ich Thomas Gradl und Stefan Heinzelmann, mit denen ich dann sehr viel unterwegs war, kennen. Beim Tom und Stefan war es auch fein, da ich mit ihnen auch in die Dolomiten zum Klettern fahren konnte, da sie selber gerne kletterten.
Durch den Canyoningsport hatte ich ja nur einen Sommerjob und den wollte ich ja beibehalten. Also brauchte ich etwas für den Winter. Da ich ja schon Skilehrer war, bildete ich mich bis zum staatlich geprüften Skilehrer weiter. Somit hatte ich Sommer wie Winter einen super Job und verbrachte die Zeit mit dem, was ich am liebsten tat: mich draußen in der Natur zu bewegen und dieses Erlebnis mit anderen Menschen, die auch Freude an dem „draußen sein“ haben, zu teilen.
Zu der Zeit arbeitete ich nur in Tirol. Eines Tages kam meine Freundin Ines mit der Idee, mal eine Saison im Tessin zu arbeiteten, was mir auf Anhieb gefiel. Von früheren Ausflügen ins Tessin kannte ich den Chef der Firma schon etwas und wir bekamen beide die Chance im Eldorado Tessin zu arbeiteten. Es war eine super Saison und so hängten wir gleich eine zweite daran. Ein weiteres Jahr war dann leider nicht mehr möglich, da ich schon in der Ausbildung zum Bergführer war und ich nicht mehr die Zeit hatte, eine ganze Saison dort zu arbeiten. Das Tessin ist aber für mich immer noch ein ganz spezieller Platz, wo wir auch sehr viele neue Freunde gefunden haben.
Vor ein paar Jahren fragte mich dann Alex Riml ob ich nicht in der Canyoningausbildung tätig sein möchte, was mich besonders freute, da es für mich sehr wichtig ist, Wissen zu erlangen und weiterzugeben.
Für mich ist Canyoning wie ein Feuer das man mit Wasser nicht zu löschen vermag! Die Schönheit der Natur, die Vielseitigkeit der Schluchten, die Enge und die tiefen Schluchten faszinieren mich am meisten. Imposant ist für mich die brachiale Gewalt des Wassers, die es erst ermöglicht so etwas entstehen zu lassen. Und vor allem im Team unterwegs zu sein, um mit jemanden diese Augenblicke zu teilen. Sich auch sicher zu sein, dass man sich zu 100% auf seine Partner verlassen kann. Deswegen macht es mir auch so viel Spaß, mit meiner nun doch schon langjährigen Freundin Ines die Welt des Wassers in den Felsen zu erkunden, sei es irgendwo in Österreich, im Tessin oder doch mal auf Korsika...
Mein Ziel in den nächsten Jahren ist noch viel zu sehen und zu erkunden! Dank meiner Freunde und adidas ist da sicher noch viel möglich! Freut euch schon mal auf ein paar spannende Berichte...
Stärken: Wenn ich mich zu etwas entschlossen habe, setzte ich alles daran, um mein Ziel zu erreichen. Aber nicht nur stur nach vorne zu sehen sondern das Rundherum nicht zu verlieren, das ist für mich wichtig. So kann ich mich zu jeder Tages- und Nachtzeit motivieren ein neues Abenteuer zu starten.
Schwächen: Ich bin ein Perfektionist, mit allen Vor- und Nachteilen. So setze ich bei mir privat stets ein sehr hohes „Know-how“ voraus und verlange es dann auch von meinen Seilpartnern. Entspannter gehe ich es aber mit meinen Gästen im Sommer und Winter an. Dort zeigt sich meine oftmals sehr große Geduld mit den Gästen, welche das ihrer Aussage nach sehr zu schätzen wissen.







