Canyoning

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Anna Nizzola (SUI/POL)

Geburtstag: 14.4.1982
Wohnort: Locarno, Switzerland

 

Ich wurde in Polen am Fuß der Tatraberge geboren, eine der wenigen bergigen Regionen unseres Landes, und hatte das Glück in der Nähe eines Skiorts aufzuwachsen. So lernte ich bereits in jungen Jahren Skifahren. Schon als kleines Kind liebte ich die Berge und alle Arten von Wassersport. Doch erst 2001 als ich 19 war und in die Schweiz zog, um mein Architekturstudium zu beenden, wurde meine Leidenschaft für den Alpinsport entfacht.

Durch meine Liebe zu den Bergen, Wasser und Sport im Allgemeinen lernte ich Luca, meinen oberstrengen Canyoninglehrer, kennen. Bei ihm absolvierte ich meine 13 knallharten „Drill“ Wochenenden, die darauf ausgelegt waren mich entweder zu einem Liebhaber oder zu einem Hasser des Canyoningsports zu machen. Jedes dieser „Drill“ Wochenenden folgte einer unumgänglichen Routine. Die ganze Nacht hindurch in der Disco, morgens um 8:00 Uhr Training in der wunderschönen Vie Ferrate von Cresciano. Wir nutzten die Vie Ferrate, um möglichst schnell in schwindelerregende Höhen zu steigen, wo wir Seil- und Abstiegstechniken übten. Die Tage waren unheimlich lang und endeten spät abends. Die letzten Übungen machten wir immer in der Dunkelheit. Mein erklärtes Ziel war fit zu werden, ausgezeichnete Seiltechniken selbst unter kritischen Umständen zu beherrschen oder im Extremfall einfach aufzugeben und mir einen anderen Sport zu suchen. Doch ich gab nicht auf und konnte meinen Kurs erfolgreich beenden.

Meine Wassertaufe bekam ich im Tessin im Cresciano Canyon. Technisch war ich auf den Abstieg vorbereitet, doch zu Beginn fühlte sich das eiskalte Wasser, das mir auf den Kopf prasselte merkwürdig und sehr unangenehm an. Doch das war nur eine vorübergehende Erscheinung und nachdem ich die ersten Wasserfälle hinter mir gelassen hatte, machte es mir riesigen Spaß, obwohl das Wasser eiskalt war.

Gemeinsam mit Luca meldete ich mich zu meinem ersten internationalen Canyoning Meeting auf Kreta an. Doch nachdem ich bisher nur einen einzigen Canyon durchquert hatte, war ich nicht ausreichend auf das Treffen vorbereitet. Also übten wir den ganzen Winter hindurch weiter. Mein zweiter Canyon war der Sementina mit seinem schwindelerregenden 90-Meter Wasserfall am Ende, den ich zig mal wiederholen musste, um sicher zu gehen, dass ich die Abseiltechnik unter Wasser aus so großer Höhe wirklich verstanden hatte.

Ich verliebte mich Hals über Kopf in diesen wunderbaren Sport, gleich bei meinem ersten Sprung in Cresciano. Heute, 10 Jahre später, nachdem ich gemeinsam mit Luca unzählige Canyons in der ganzen Schweiz, in Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien und Guadeloupe durchquert habe, gilt mein Interesse hauptsächlich der Erkundung neuer Routen auf der ganzen Welt. Was mich an diesem Sport am meisten fasziniert ist, Canyons gemeinsam mit Sportlern aus jedem Winkel der Erde zu durchqueren. Es ergeben sich fast immer tolle neue Freundschaften. Man entdeckt immer wieder neue Techniken oder neues Material. Doch das beste ist, egal wo wir auch hinfahren, wie werden immer von einheimischen Experten begleitet, die uns ihre Canyons und ihre Heimat voller stolz präsentieren. Dank unserer eigenen Website www.swisscanyon.ch, pflegen wir täglich den Kontakt zur weltweiten Canyoningszene und geben unsere Erfahrungen spontan und aufrichtig weiter.

Es stimmt wirklich – wenn man etwas für andere Leute tut, dann öffnet sich einem die ganze Welt und jeder schenkt dir ein Lächeln. Aus diesem Grund beschlossen wir, neben den regelmäßigen Updates auf unserer SwissCanyon Website und der Erschließung und Einrichtung neuer Canyons Jahr für Jahr, ein Buch namens “Eldorado Ticino” zu schreiben. Um ehrlich zu sein, da wir in einer so tollen Gegend mit einer solchen Vielzahl an atemberaubend schönen Canyons leben und unsere Freunde uns ziemlich unter Druck gesetzt haben, fühlten wir uns fast verpflichtet dieses Buch rauszubringen. Riesendank an adidas, die uns dabei so hervorragend unterstützt haben.

Canyoning ist meine große Leidenschaft, aber es ist nicht mein Job. Auch wenn ich ab und zu befreundete Guides begleite, wenn sie Hilfe brauchen, ist es mir noch nie in den Sinn gekommen, Canyoning zu meinem Beruf zu machen. Denn ich möchte diesen wunderbaren Outdoorsport immer genießen - wann, wo und mit wem entschiede ich. Ich arbeite als Architektin. Obwohl ich die meiste Zeit im Büro vor meinem PC verbringe, liebe ich meinen Job, denn die Menschen strahlen mich an, wenn ich ihren Lebenstraum entwerfe – ihr Eigenheim. Es ist ein wirklich faszinierender Job der sowohl eine sehr technische als auch eine sehr emotionale Seite hat, denn es geht vor allem um die persönlichen Gefühle meiner Kunden. Vom Traum und Wunsch meiner Klienten, über den ersten Entwurf bis hin zu Detailzeichnungen am PC und der praktischen Umsetzung des Hauses. Es ist ein tolles Betätigungsfeld. Doch an den Wochenenden genieße ich es, draußen zu sein, durch ein Schlucht zu wandern, einen Berg zu besteigen oder einfach nur die Schönheit und den Frieden der Natur zu genießen.

Was Canyoning für mich so besonders macht, ist die Vielzahl alpiner Aktivitäten, die der Sport umfasst. Es ist eine tolle Kombination aus der Leidenschaft für Berge, Wasser, Luft und Natur. Canyoning findet in einzigartiger Landschaft statt. Man muss alles geben, um es wirklich zu genießen zu können, mit Leidenschaft dabei sein sowie technisches Know-how und körperliche Fitness trainieren. Es fällt mir schwer in Worte zu fassen, was man da draußen empfindet. Man muss es ausprobieren, um die Freude zu verstehen, die der Sport uns bereitet.

 

Ziele in naher Zukunft?
In den kommenden Jahren würde ich gerne neue Canyons im Tessin erschließen, vor allem aber andere Gegenden auf der Welt entdecken und viele, neue freundliche Menschen kennenlernen. Ich liebe die internationalen Canyoningtreffen und eines meiner Ziele ist, noch aktiver daran teilzunehmen.

 

Sonstige Ziele?
Davon gibt es viele und sie sind sehr ehrgeizig, denn sie betreffen die Interessen der großen Canyoningfamilie. Aber ich will nichts verraten, dann ist die Überraschung um so größer.

 

Stärken?
Ich denke ich bin ein sehr sozialer Mensch, immer auf der Suche nach zwischenmenschlichem Kontakt. Ich helfe anderen gerne und beginne gerne neue Projekte. Ich bin sehr neugierig und begeistere mich sehr dafür, neue Orte zu entdecken oder neue Dinge auszuprobieren. Ich bin ziemlich eigensinnig, und auch wenn das nicht wirklich eine positive Eigenschaft ist, hilft sie mir doch, Ziele zu erreichen, die anfangs unmöglich schienen.

 

Schwächen?
Manche sagen ich rede zu viel, aber das ist ein Teil von mir. So bin ich nun mal. Andere sagen, ich sei zu selbstlos und würde mich selbst und meine eigenen Interessen ein wenig vernachlässigen.