Erstbegehung Atterbach (Sölden/Tirol)
Schon während der 10-tägigen Canyoning-Ausbildung war bei meinen Teamkollegen laufend die Rede von weiteren Erstbegehungen in Tirol. Die Ausbildung war anstrengend, das Wetter durchwachsen und die Wasserstände hoch, demzufolge war meine Begeisterung für einen weiteren Tag Canyoning eher gedämpft. Kurzzeitig dachte ich mir schon, „Mann, Du wirst alt“, dennoch sagte ich zu.
Samstagmorgen 7:00 Uhr Sonnenschein und um die Null Grad. Wir fuhren nach Sölden wo sich die Schlucht befindet. Nach anfänglicher Skepsis, ob sich der Aufwand wohl lohnen würde, beflügelte mich der lange und steile Aufstieg. Wir gingen die 400Hm zügig nach oben. Auf einer Almwiese unterhalb der Hütte war die Stimmung dann super. Wir verbrachten noch einige Zeit in der Morgensonne und begannen schon damit die Schlucht zu analysieren und das Topo zu zeichnen.
Wir waren ein eingespieltes Team und kamen sehr schnell voran. Gerry und Ewald waren mit zwei Bohrmaschinen abwechslungsweise vorne, Manuel und Walter kümmerten sich um die Seilarbeit und sicherten die Kollegen beim Einbohren. Alex kletterte auf die verrücktesten Plätze, um gute Bilder zu bekommen, während ich das Topo zeichnete. Nach ca. 30 Haken verließen wir vier Stunden später die Schlucht und ich war wieder der Alte und heiß auf weitere Canyoningtouren.
Wie zu erwarten war, handelte es sich weniger um eine tief eingeschnittene Schlucht, als vielmehr um ausgesetzte und meist direkt aufeinanderfolgende hohe Wasserfälle. Dadurch ergibt sich ein sehr alpiner Charakter der Tour, bei der die Schwierigkeiten die Ausgesetztheit (Zwischenstandtechnik) und ein möglicher Steinschlag sind. Eine sehr interessante Tour, die durch den offenen Schlucht-Charakter sonnendurchflutet ist und einen herrlichen Bergblick auf die Ötztaler Alpen zulässt.
Eine genauere Beschreibung wird schon demnächst im Tiroler Canyoningführer zu finden sein.
Viel Spaß beim wiederholen wünschen
Walter, Alex, Gerry, Manuel, Ewald und Thomas





